Ground Effect in der Formel 1: So funktioniert der Bodeneffekt

Ground Effect in der Formel 1 bezeichnet den aerodynamischen Bodeneffekt, bei dem ein Auto einen großen Teil seines Abtriebs mithilfe der Luftströmung unter dem Fahrzeug erzeugt. Dadurch kann das Auto besonders in schnellen Kurven hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Wie funktioniert Ground Effect in der Formel 1?

Beim Ground Effect wird die Luft gezielt unter dem Fahrzeug hindurchgeführt. Die Form des Unterbodens beschleunigt die Strömung und erzeugt Druckunterschiede zwischen der Ober- und Unterseite des Autos.

Dadurch entsteht Abtrieb: Das Fahrzeug wird auf die Fahrbahn gedrückt, ohne dass dieser Effekt ausschließlich über Front- und Heckflügel erzeugt werden muss.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Diffusor am Heck. Er beeinflusst, wie die Luft unter dem Auto wieder nach außen strömt, und trägt damit zur aerodynamischen Wirkung des Unterbodens bei.

Welche Vorteile hat der Ground Effect?

Ein effizient arbeitender Unterboden kann sehr viel Abtrieb erzeugen. Gleichzeitig lässt sich damit ein günstiges Verhältnis zwischen Abtrieb und Luftwiderstand erreichen.

Für ein Formel-1-Auto ist das besonders wertvoll: Viel Abtrieb ermöglicht hohe Kurvengeschwindigkeiten, während ein möglichst geringer Luftwiderstand auf den Geraden Vorteile bringt.

Warum ist die Fahrzeughöhe so wichtig?

Damit der Ground Effect wie gewünscht funktioniert, ist der Abstand zwischen Unterboden und Fahrbahn entscheidend. Verändert sich die Fahrzeughöhe während der Fahrt zu stark, verändert sich auch die Luftströmung unter dem Auto.

Die Ingenieure müssen deshalb Aerodynamik und Fahrwerk so aufeinander abstimmen, dass der Unterboden möglichst konstant und effizient arbeitet.

Was hat Ground Effect mit Porpoising zu tun?

Unter bestimmten Bedingungen kann die aerodynamische Wirkung des Unterbodens instabil werden. Wird das Auto durch den erzeugten Abtrieb immer stärker zur Fahrbahn gezogen, kann sich die Strömung verändern oder teilweise abreißen. Das Fahrzeug hebt sich daraufhin wieder an – und der Vorgang kann erneut beginnen.

Dieses wiederholte Auf- und Abbewegen wird als Porpoising bezeichnet. Der Begriff wurde besonders mit Beginn der Ground-Effect-Regelära ab 2022 wieder bekannt.

Ist Ground Effect neu in der Formel 1?

Nein. Das Prinzip hat eine lange Formel-1-Geschichte. Besonders bekannt wurden Ende der 1970er-Jahre die sogenannten Wing Cars, bei denen der Unterboden gezielt zur Erzeugung von Abtrieb eingesetzt wurde.

Später schränkte das Reglement diese Konzepte stark ein. Seit der großen Regeländerung von 2022 spielt der Unterboden wieder eine wesentlich größere Rolle bei der Erzeugung des aerodynamischen Abtriebs.