Dirty Air in der Formel 1: Warum Verfolger Abtrieb verlieren
Dirty Air in der Formel 1 bezeichnet die verwirbelte Luft hinter einem vorausfahrenden Auto. Fährt ein anderes Formel-1-Auto dicht dahinter, trifft dessen Aerodynamik nicht mehr auf eine ungestörte Luftströmung. Dadurch kann der Verfolger Abtrieb verlieren und insbesondere in Kurven langsamer werden.
Wie entsteht Dirty Air in der Formel 1?
Ein Formel-1-Auto verändert die Luftströmung erheblich. Frontflügel, Unterboden, Reifen, Seitenkästen und Heckflügel leiten und verwirbeln die Luft, während das Fahrzeug durch sie hindurchfährt.
Hinter dem Auto bleibt deshalb keine gleichmäßige Luftströmung zurück. Ein nachfolgendes Fahrzeug fährt in diesen turbulenten Bereich – die sogenannte Dirty Air.
Warum ist Dirty Air ein Problem?
Die Aerodynamik eines Formel-1-Autos funktioniert besonders effizient, wenn sie von möglichst ungestörter Luft angeströmt wird. In Dirty Air verändern sich dagegen die Strömungsverhältnisse an den aerodynamischen Bauteilen.
Dadurch kann der Verfolger Abtrieb verlieren. Das macht sich vor allem in Kurven bemerkbar: Das Auto hat weniger aerodynamischen Grip und kann dem vorausfahrenden Fahrzeug möglicherweise nicht mehr so dicht folgen.
Was bedeutet Dirty Air für das Überholen?
Dirty Air kann ein Paradox erzeugen: Ein Fahrer muss möglichst dicht an seinen Gegner herankommen, um ihn überholen zu können. Je näher er ihm in schnellen Kurven folgt, desto stärker kann ihn jedoch dessen verwirbelte Luft beeinträchtigen.
Auf einer anschließenden Geraden kann sich die Situation umkehren. Dort kann der Verfolger vom Windschatten des vorausfahrenden Autos profitieren und dadurch einen Geschwindigkeitsvorteil erhalten.
Dirty Air und Windschatten sind deshalb nicht dasselbe: Dirty Air beschreibt vor allem die nachteiligen Auswirkungen der gestörten Luftströmung auf die Aerodynamik, während der Windschatten auf Geraden einen Vorteil bringen kann.
Welche Rolle spielt das Formel-1-Reglement?
Die Gestaltung der Fahrzeuge beeinflusst, wie stark und auf welche Weise die Luft hinter ihnen verwirbelt wird. Deshalb spielt die Möglichkeit, einem anderen Auto dicht zu folgen, auch bei der Entwicklung des technischen Reglements eine Rolle.
Die Formel 1 versucht mit ihren Aerodynamikregeln unter anderem, die negativen Auswirkungen der verwirbelten Luft auf nachfolgende Fahrzeuge zu begrenzen und damit engere Zweikämpfe zu ermöglichen.
